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Treffen der Regionalgruppe Weser-Ems

| Allgemein

Ende April war es wieder so weit: Die Regionalgruppe Weser-Ems traf sich zu ihrer jährlichen Exkursion und konnte Forstleute aus den Niedersächsischen Landesforsten (NLF), Bundesforsten, der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen und sogar einen Gast aus Bayern begrüßen.

Ähnlich vielfältig war auch das Ziel der rund 30-köpfigen Gruppe: Die Revierförsterei Westerholte hat eine große Standortamplitude im Hinblick auf die Nährstoffversorgung: Von Nährstoffziffer 2 bis 5 + finden sich auf rund 1.950 Hektar völlig unterschiedliche Voraussetzungen. 

Ziel der Regionalgruppe war unter anderem ein von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) betreuter Douglasien-Provenienzversuch, der von Revierleiter Alexander Feldmann vorgestellt wurde. „Der Zuwachs liegt je nach Herkunft bei 15,6 bis 22,8 Festmeter pro Jahr und Hektar, die Herkunft Stiftsforst Börstel zählt zu den überdurchschnittlichen Provenienzen“, berichtete Feldmann über den Anbauversuch. Durch ihre Höhe von knapp über 40 Metern im Alter von 63 Jahren stellen die Douglasien eine echte Ortsmarke dar, ragen sie doch mit einigem Abstand über die umgebenden Waldbestände hinaus. Die NW-FVA hat im Nordwesten 13 weitere Versuchsstandorte dieser Art und begleitet die Bestände seit ihrer Begründung im Jahr 1960 – das schließt auch das Festlegen von Durchforstungen und das Auszeichnen durch die NW-FVA mit ein. 

Einen deutlich kleineren Versuchsanbau konnten die Exkursionsteilnehmer an der nächsten Station kennenlernen: In der Pflanzsaison 2023/2024 waren hier 2.500 zweijährige wurzelnackte Korsische Schwarzkiefern (Pinus nigra ssp. laricio var. Corsicana) der belgischen Sonderherkunft „Koekelare“ gesetzt worden. „Dafür standen und stehen wir im Austausch mit Dr. Josef Stratmann, der sich hier im Nordwesten intensiv mit der Korsischen Schwarzkiefer beschäftigt“, erzählt Revierleiter Alexander Feldmann, der in der Revierförsterei Westerholte bereits seine Ausbildung zum Forstwirt absolviert hat und diese nach Studium und Anwärterzeit seit 2021 leitet. Die Baumart gilt als klimaresistent und überzeugt durch ihre hohe Wuchsleistung, die belgische Sonderherkunft wird in Niedersachsen als Herkunft für den Anbau empfohlen. Im Verband 2 x 1 Meter gepflanzt, will Alexander Feldmann in den kommenden Jahren den Zuwachs der jungen Kiefern genau beobachten. Dafür hat der Forstmann insgesamt zwölf Aufnahmeplots mit je neun Pflanzen festgelegt und markiert. 

Ihren Ausklang fand die Regionalversammlung schließlich bei Kaffee und Kuchen unter der Remise an der alten Försterei. Dabei gaben Jochen Schulze Pellengahr, Björn Staggenborg und Arno Fillies einen kurzweiligen Einblick über aktuelle Themen und Neuerungen in den jeweiligen Forstverwaltungen. 

„Die Verbeamtung von Förstern steht bei der LWK derzeit auf der Kippe. Das ist aus Sicht des BDF eindeutig negativ. Gleichzeitig wird auch die Ausbildung von Anwärtern zurückgefahren, dafür soll es zukünftig mehr Trainees geben“, berichtet Jochen Schulze Pellengahr, Sprecher der Regionalgruppe Weser-Ems und gleichzeitig Vorsitzender des BDF-Landesverbandes Niedersachsen. Die aktuelle Gestaltung der Trainee-Ausbildung in der LWK sieht Schulze Pellengahr dabei kritisch: Neben der eigentlichen Ausbildung werden direkt eine eigene Bezirksförsterei und ein Tutor zugewiesen, parallel laufen verschiedene Lehrgänge. „Wir haben im Arbeitsalltag als Dienstleister im Privatwald eine hohe Verantwortung, das bringt bei der derzeitigen Umsetzung des Trainee-Programms ein hohes Konfliktpotenzial mit sich“, macht der Landesvorsitzende deutlich. 

Gute Nachrichten konnte Björn Staggenborg für die Niedersächsische Landesforsten (NLF) verkünden: „Die ‚Harz-Reform‘ und der damit verbundene Abbau von Personal ist von der NLF-Betriebsleitung vorerst gestoppt worden, kommissarische Revierleitungen werden jetzt ausgeschrieben.“ Im Zuge der Kalamitäten der zurückliegenden Jahre war der Holzvorrat im Harz deutlich zusammengeschrumpft, entsprechend stark fällt auch der Rückgang beim Holzeinschlag aus. Der Berufsverband hat sich maßgeblich für den Erhalt der Stellen eingesetzt und im Hintergrund viele Gespräche geführt. Nicht nur im Sinne der BDF-Personalarbeit ist diese Entscheidung zu begrüßen, auch aus fachlich Gesichtspunkten wäre ein Abbau von Personal in Zeiten des Klimawandels mit all seinen Herausforderungen an den Wald ein falscher Schritt. 

Mit Spannung wird aus BDF-Sicht hingegen eine andere Entwicklung bei den Landesforsten beobachtet: Zwei Forstämter sollen in einem Pilotprojekt nach FSC zertifiziert werden – je ein Forstamt im Bergland und eines im Flachland. „Das ist politisch so gewollt, der Koalitionsvertrag sieht sogar eine generelle Zertifizierung des Landeswaldes nach FSC vor“, erklärt Björn Staggenborg. Auswirkungen würde es neben der Holzernte vor allem auch bei der Begründung von Kulturen geben. „Aus unserer Sicht erhöht sich der Aufwand für die Reviere enorm. In der Folge brauchen wir im Landeswald dann kleinere Strukturen bzw. Reviere und vor allem auch mehr Forstwirte“, ergänzt Jochen Schulze Pellengahr. 

Nicht nur bei den NLF ist die FSC-Zertifizierung Thema, beim Bundesforstbetrieb war eine entsprechende Umstellung ebenso vorgesehen. „Die Bundeswehr lehnt das aber ab, deshalb ist das für uns augenblicklich kein Thema mehr“, berichtet Arno Fillies als Vorsitzender des BDF-Bundesforst. Auch der Abbau von Stellen sei aktuell kein Thema: Während viele Länder ihr Personal abbauen oder zumindest darüber nachdenken würden, wächst das Forstpersonal auf den Truppenübungsplätzen weiter an. „Truppenübungsplätze werden reaktiviert, dadurch entstehen neue Aufgaben – der Bundesforstbetrieb wird gebraucht“, erläutert Arno Fillies. Folgerichtig führt die nächste Regionalversammlung dann auch in verschiedene Reviere der Bundesforsten im Emsland. Termin und Treffpunkt werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Carl Hesebeck

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